Montagsmenschen von Milena Moser

MontagsmenschenMilena Moser erzählt in ihrem neuen Roman ergreifend und feinsinnig die Geschichten der Montagsmenschen:

Ted, der gutmütige Lehrer, der sich nach Liebe und Anerkennung sehnt und sich nichts mehr wünscht, als seiner kleinen Tochter ein guter Vater zu sein.

Marie, die kluge Ärztin, gefangen in einem Doppelleben. Gefangen in einer unerfüllten Ehe mit einem gutaussehenden Schauspieler und in ihrer Rolle als Stiefmutter seiner pubertierenden Tochter.

Poppy, die Mutter zweier Söhne, tagtäglich darum bemüht, in ihrem Leben einmal etwas so zu machen, wie alle anderen es von ihr erwarten. Einmal zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, das ist Poppys grösster Wunsch.

Sie alle haben etwas gemeinsam: Sie lieben Yoga und sie sind die Montagsmenschen. Jeden Montag besuchen sie die Yogaklasse von Nevada, der knochigen und enthaltsam lebenden Yogalehrerin, deren Körper ihr plötzlich nicht mehr gehorchen will.
Sie stand im Hund, und sie fiel auf die Schnauze. So beginnt das erste Buchkapitel und man könnte fast denken, dass Nevadas Fall aus dem herabschauenden Hund ihr eigenes und ebenso das Leben der anderen Montagsmenschen gewaltig aus dem Gleichgewicht bringt.

Milena Moser ermöglicht ihren Lesern ein nahes, persönliches Kennenlernen der Protagonisten. Ihre Geschichten sind aus dem Leben gegriffen, die Beschreibungen der einzelnen Situationen umfangreich bis ins kleinste Detail. Egal ob Nevada, Ted, Marie oder Poppy, in jeder Person steckt etwas, mit dem man sich identifizieren kann. Die Montagsmenschen wollen geliebt, respektiert und anerkannt werden. Sie wollen nichts mehr, als ein friedliches Leben führen und gute Menschen sein. Dunkle Geheimnisse werden ans Tageslicht befördert, Menschen sterben, Krankheiten überschatten den Alltag, Seelen werden neu geboren. Die Geschichte jeder einzelnen Person ist fesselnd, tragisch, berührend. Die Montagsmenschen wachsen einem ans Herz. Man fühlt sich mit ihnen verbunden und entwickelt Verständnis und Mitgefühl für ihre Handlungen, ihre Gedanken und ihre Erlebnisse.
Die Beobachtungsgabe von Milena Moser ist mehr als nur beeindruckend. Durch ihre ausführlichen Schilderungen fühlt man sich als Leser als Bestandteil der Geschichte. Mitten drin, statt nur dabei – neben Nevada, auf der Yogamatte, im herabschauenden Hund oder im Krankenhaus, als Patientin von Marie.

Fazit:
Dieses Werk ist anders als ihre bisherigen Veröffentlichungen. Sanfter, berührender, ernster. Für mich persönlich mit Abstand das beste ihrer Bücher.