Machtlos. Wehrlos. Hilflos. Ausgeliefert.

Manchmal reicht es nicht, Dinge einfach zur aufzuschreiben. Man braucht Visionen. Klare Bilder. Visualisierungen.
Mein neues Buch wächst gerade heran. Bald wird es die Tür hinter sich schliessen und meiner liebevollen Fürsorge den Rücken kehren. Es wird jedoch erst gehen können, wenn ich die klaren Bilder vor mir sehe und ihm den Weg weisen kann. Vor meinem geistigen Auge.

Meine Protagonistin hat sich den Namen Zoe ausgesucht. Warum Zoe? Alle werden denken, dass sie die Schwester von Chloe, der Hauptfigur meines ersten Romans, ist. Aber das stimmt nicht. Sie kennen sich nicht einmal. Noch nicht. Wer weiss, was Zoe noch alles ausheckt.
Zoe’s erste grosse Liebe heisst Alec. Allen? Warum nicht gleich Amadeus? Zoe, ich bitte dich. Meine Leser/innen wollten keine englischen Namen mehr sehen. Das kannst du doch nicht ernst meinen? Doch, sie meint es ernst. Er heisst Allen.

Nicht-Schreibende können sich das wahrscheinlich nicht so richtig vorstellen, aber Figuren in Büchern tanzen ihren Erschaffern auf der Nase rum. Wir sind machtlos. Sie entwickeln sich zu eigenen Persönlichkeiten und bestimmen selber, ob sie Geschwister haben, wie sie aussehen und – was das Schlimmste ist – wie sie heissen.