Gedanken fahren nie in Urlaub

USchreiben im Urlaubrlaub steht vor der Tür. Endlich – verdient und langersehnt.

Die Vorfreude ist kaum zu trüben. Annullierter Flug? Who cares? Nehmen wir einfach einen anderen Flug. Sechs Stunden Zwischenhalt in Frankfurt sind zu verkraften. Baustelle neben dem gebuchten Hotel? Andere Ortschaft, anderes Hotel – Problem gelöst. Der einzige Dorn im Auge ist die Umgebung, die das Hotel umgarnt. Ein Hauch von Nichts. Das Hotel steht an einem wunderschönen, aber dafür sehr einsamen Strand. Restaurants gibt es keine, die nächste Stadt liegt eine Fahrstunde entfernt.

Kein Handyempfang, Bücher mit nicht ausreichender Seitenanzahl, TV nicht vorhanden. In der heutigen Zeit ist es beinahe undenkbar, vierzehn Tage ohne technischen Geräte auszukommen. Strom wäre zwar vorhanden, aber mein innerer Schweinehund lässt mich meinen Laptop nicht mitnehmen. Arbeiten im Urlaub verboten, sagt er. Arbeiten ja, aber schreiben nicht. Stift und Notizblock sind erlaubt. Immer und überall. Ganz schön langweilig, denken wahrscheinlich einige. Ich nicht. Ich freue mich. Endlich haufenweise Zeit, meine Gedanken auf das Papier zu bringen – ohne Ablenkung, ohne Unterbruch.

Der Alltag lässt mir oft nicht ausreichend Zeit, mich mit meinen Gedanken und meiner blühenden Vorstellungskraft auseinanderzusetzen. Was folgt, wirkt sich auf meine Laune und leider ab und zu auch auf meine Mitmenschen aus. Schlafmangel, dunkle Augenringe, getrübte Stimmung. Ich freue mich auf den Urlaub. Langeweile kann nicht aufkommen – ein halbfertiger Roman wartet auf mich.