Das Gute und das Böse

engel-teufelDas Gute verschwindet so schnell, wie es gekommen ist. Das Böse bleibt. Manchmal länger als gewünscht, oftmals sogar für immer. Das ist immer und überall so. Zum Beispiel bei Ex-Partnern. Das Gute bleibt selten. Er war eifersüchtig. Er hat mich eingeengt. Er hat geschnarcht. Er hat zu viel gearbeitet. Das, was bleibt, ist irgendwann nur noch das Negative. Alle positiven Eigenschaften, alle netten Gesten, alle wunderbaren Gespräche – alle Gründe, weshalb jemand überhaupt vom Fremden zum geliebten Partner wurde, verblassen immer mehr. Bis sie irgendwann ganz verschwunden sind. Das Gute geht, das Böse bleibt.

Beim Samstagseinkauf in der Stadt, wer bleibt uns in Erinnerung? Die fröhlich vor sich hin lächelnde junge Frau, die gemütlich durch die Fussgängerzone schlendert. Oder der griesgrämige, etwas seltsam gekleidete, mittelalterliche Herr, der sich hektisch zwischen den anderen Passanten hindurch drängt? Die Antwort kennen wir alle. Und sie sollte uns zu denken geben.

Meine guten Gedanken – Ich meine die wirklich guten Ideen. Die, die wirklich dazu taugen, einen Platz in meinem Buch zu erhalten. – sie sind kaum da und schon wieder weg. Die weniger guten Ideen. Die, die ihren Rivalen und meinen Lieblingen den Platz in meinem Hirn klauen, sie bleiben. Viel zu lange. Sie stören, sie blockieren, sie halten auf.

Ich halte nicht viel von Neujahrsvorsätzen, aber wenn ich mir dieses Jahr etwas vornehme, dann möchte ich mir angewöhnen, das Böse gegen das Gute auszutauschen. Ich möchte mich an ein Lächeln oder an eine lustige Geschichte erinnern können. Ich möchte wissen, was anderen Freude bereitet. Ich möchte die Menschen mit ihren guten Eigenschaften in Erinnerung behalten.

Jede Erfahrung, sei sie noch so negativ, kann uns etwas beibringen. Wir können lernen, wie wir nie sein möchten. Wir können über uns hinauswachsen, selbst in Momenten, in denen wir uns kleiner fühlen als je zuvor.